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Call for Papers für Studierende
„Exil – Lesebuch zur Literatur des Exils“
Im März 2011 ist in der Zusammenarbeit der Bundesvertretung der Österreichischen HochschülerInnenschaft mit der Theodor Kramer Gesellschaft das Lesebuch „MÄRZ. Literatur und Gedächtnis. März 1938“ erschienen. Das Lesebuch umfasst teils neu geschriebene, teils publizierte, teils unveröffentlichte Beiträge, teils literarische, teils theoretische Texte zum März 1938 und stellt ein Panorama antifaschistischer Literatur und Essayistik von 1938 bis heute dar. Es ist als Einstieg und Überblick zu den Themen Exil, Widerstand, Antisemitismus, NS-Herrschaft und Exilforschung gedacht und kann von Studierenden nach wie vor kostenlos bei der ÖH bezogen werden.
http://www.oeh.ac.at/blog/maerz-literatur-und-gedaechtnis-maerz-1938-ein-lesebuch/#/informationnews/downloads-bestellen/bestellen
Im Mai 2012 wird ein zweites Lesebuch erscheinen: „EXIL – Lesebuch zur Literatur des Exils“. In Rahmen dieses Projekts soll auch Studierenden die Möglichkeit geboten werden, Beiträge, die sich mit der Thematik auseinandersetzen, zu veröffentlichen.
Der vorliegende Call for Papers richtet sich folglich an Studierende aller Studienrichtungen, die sich entweder bereits mit Exil und Exilforschung beschäftigen oder dazu etwas schreiben wollen. Drei der bis 15. März 2012 eingereichten Texte werden von einer Jury ausgewählt und in das Buch aufgenommen.
Die Jury wird eine jene, die einen Text eingereicht haben, auch jene, deren Beiträge nicht ausgewählt wurden, zu einem eintägigen, kostenlosen Workshop einladen, um die Stärken und Schwächen der Texte zu besprechen. Der Workshop, der von WissenschaftlerInnen sowie LiteratInnen gestalten wird, soll den Studierenden zusätzlich die Möglichkeit geben, sich zu vernetzen, Praxis im wissenschaftlichen Arbeiten, Forschen und Publizieren zu erlangen, das lokale Förderungswesen kennenzulernen und Feedback einzuholen.
Eingereicht werden können bislang unveröffentlichte Essays oder wissenschaftliche Arbeiten im Umfang von ca. 10.000 – 15.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen). Abstrakt und Lebenslauf sollen der Einreichung ebenfalls beiliegen.
Erscheinungstermin: Mai 2012
Einreichsschluss ist der 15. März 2012
Der Workshop findet in der 14.Kalenderwoche 2012 statt
Die Beiträge sind zu richten am
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Jury: Siglinde Bolbecher, Judith Goetz, Alexander Emanuely, Konstantin Kaiser und Ulrike Oedl
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Wir trauern um Otto Tausig (1922 – 2011)
Otto Tausig, 1922 in Wien geboren, flüchtete 1938 mit einem Kindertransport nach Großbritannien, wo er als Land- und Fabrikarbeiter arbeitete. Seine Eltern flohen nach Shanghai. Der Vater starb in Shanghai an Tuberkulose. Nach dem miltärischen Zusammenbruch Frankreichs im Mai 1940 wurde Otto Tausig in England als „Enemy Alien“ interniert.
Nach der Entlassung aus zweijähriger Internierung ging er nach London, wo er tagsüber als Schlosser arbeitete und abends im Austrian Centre und an anderen Orten mit den Austrian Youth Players an satirischen Bühnenprogrammen mitwirkte; unter anderem wurde auch Jura Soyfers „Vineta. Die versunkene Stadt“ in englischer Übersetzung aufgeführt.
1946 kehrte Otto Tausig, inzwischen verheiratet und nach den Erfahrungen der vorhergehenden Jahre als überzeugter Kommunist, in seine Heimat zurück. Er begann ein Studium am Max Reinhardt-Seminar in Wien. 1947 brachte er die erste Sammlung von Texten des 1939 im KZ Buchenwald ermordeten Jura Soyfer heraus („Vom Paradies zum Weltuntergang“). Ab 1948 trat er als Schauspieler, Regisseur und Dramaturg am Neuen Theater in der Scala hervor. Nach der Schließung der „Scala“ 1956 kam Tausig wie andere als kommunistisch verschrieene Ensemblemitglieder in Österreich an keinem Theater mehr unter.
Er kam schließlich zum Deutschen Theater und der Volksbühne in Berlin (DDR) und wirkte als Drehbuchautor und Regisseur an satirischen Kurzspielfilmen der DEFA, den sogenannten „Stacheltier“-Produktionen, mit. 1960 wechselte Tausig ans Schauspielhaus Zürich, bevor er als freischaffender Schauspieler und Regisseur in ganz Deutschland aktiv wurde. Die Niederschlagung des „Prager Frühlings“ veranlaßte ihn, sich vom „Realen Sozialismus“ endgültig zu distanzieren. 1970 wurde er, engagiert von Gerhard Klingenberg, Ensemblemitglied und Regisseur am Wiener Burgtheater, wo er bis 1983 tätig war. In dieser Zeit gründete er eine Amnesty-International-Gruppe zur Unterstützung von politisch verfolgten Schauspielern und Künstlern.
Ab 1983 arbeitete er wieder als freischaffender Künstler im gesamten deutschsprachigen Raum. Neben seiner Theater-Karriere war er auch als Filmschauspieler und Regisseur für Film- und Fernsehproduktionen und als Professor am Max Reinhardt-Seminar tätig und Mitbegründer des Wiener „Gemeindehoftheaters“, das die Stücke Dario Fos popularisierte. 1987 gab er die Erinnerungen seiner Mutter Franziska (1895 – 1989), „Shanghai-Passage. Flucht und Exil einer Wienerin“, heraus (Neuausgabe 2007). Seine Bühnenkarriere beendete er 1999 mit der Rolle des Advokaten Schnoferl in Nestroys „Das Mädl aus der Vorstadt“ am Wiener Volkstheater. 1999 startete er die „Entwicklungshilfe für Künstler“, für die er seitdem etliche 10.000 Euro sammelte und seine gesamten Einnahmen aus Engagements und Auftritten spendete. Damit unterstützte er Kinder in der „Dritten Welt“ und Flüchtlingskinder ohne Eltern in Österreich, die im Laura Gatner-Haus in Hirtenberg unterkamen, das nach seiner im Vernichtungslager Treblinka ermordeten Großmutter benannt ist. Tausig hatte der Lebensversicherung seiner Großmutter eine beträchtliche Entschädigung für nie Ausgezahltes abgetrotzt und diese für das von der Evangelischen Diakonie geführte Heim gespendet.
2005 erschienen Tausigs von Inge Fasan aufgezeichnete Lebenserinnerungen bei Mandelbaum in Wien (Neuausgabe 2010). 2007 wurde Tausig mit dem österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse, 2009 mit dem Nestroy-Theaterpreis geehrt. Er war langjähriges Mitglied der Theodor Kramer Gesellschaft und veröffentlichte in „Zwischenwelt“ zuletzt seine Dankesrede zur Ehrenkreuz-Verleihung, in der er ohne Umschweif die Asylpolitik der österreichischen Regierung, anwesend in Person des Bundeskanzlers, attackierte. 2008 las er bei der Präsentation der Anthologie „In welcher Sprache träumen Sie?“ im Parlament Gedichte Alfredo Bauers, Stella Rotenbergs, Jura Soyfers, Berthold Viertels.
Otto Tausig verkörperte in einzigartiger Weise den durch die Erfahrung des Exils und den antifaschistischen Widerstand geprägten kritischen Humanismus und verstand es, sein Engagement stets mit seinen großen persönlichen Fähigkeiten zu verbinden.
Otto Tausig starb am 10. Oktober 2011 nach langer Krankheit im Kreise seiner Familie in Wien.
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Der Theodor Kramer Preis ging dieses Jahr an Ruth Klüger
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Unser neuestes Zwischenwelt-Heft:
Nr. 3 (Oktober 2011): Exil in Argentinien (PDF)
Bestellung unter
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(Euro 9,- / SFr 13,50)
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Neues vom Verlag der TKG:
| T. Scarlett Epstein: Es gibt einen Weg. Eine Jüdin aus Wien Erschienen im November 2011! |
| Gerda Hoffer, Judith Hübner:Zwei Wege ein Ziel – Zwei Frauenschicksale zwischen Wien und Jerusalem Hg. von Evelyn Adunka und Konstantin Kaiser Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft. Wien 2011. 240 Seiten ISBN 978-3-901602-42-9. Euro 21,- Das Buch zweier Freundinnen, die auf getrennten Wegen nach Jerusalem gelangt sind. Hier wurde Gerda Hoffer zur Schriftstellerin, Judith Hübner schließlich zur Vizebürgermeisterin und Ehrenbürgerin. Beide wurden 1921 in Wien, vor 1938 eine der Weltmetropolen des jüdischen Lebens, geboren. Gerda wuchs in einem liberalen, linken Umfeld auf, Judith stammt aus einer jüdisch-orthodoxen Kaufmannsfamilie. Beide mussten vor den Nationalsozialisten flüchten. Viele ihrer Freunde und Verwandten, Judiths Eltern und Schwester, Gerdas Jugendliebe wurden ermordet. In Jerusalem wurden Gerda und Judith Freundinnen. Ihre Erinnerungen berichten von zwei sehr verschiedenen Erfahrungen und einem gemeinsamen Ziel: Jerusalem. Erschienen im September 2011! |
Am Donnerstag, 24. Februar, 18 Uhr, wurde der Theodor Kramer Gesellschaft und dem Journalisten Andreas Novak dieser Preis im Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands (DÖW) übergeben.
Begrüßung: Brigitte Bailer-Galanda, wissenschaftliche Leiterin des DÖW.
Laudationes: Hannah Lessing, Generalsekretärin des Nationalfonds für Opfer des Nationalsozialismus und des Allgemeinen Entschädigungsfonds (für die Theodor Kramer Gesellschaft); Wolfgang Neugebauer, DÖW (für Andreas Novak)
Danksagung: Karl Müller, Universität Salzburg, Theodor Kramer Gesellschaft; Andreas Novak
Dieser Preis für antifaschistische österreichische Publizistik wurde von Helga und Willy Verkauf-Verlon 1991 als Zeichen ihrer Verbundenheit mit dem DÖW gestiftet. Er wird für wissenschaftliche und publizistische Leistungen vergeben.
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Dr. Karl Renner Preis der Stadt Wien an die Theodor Kramer Gesellschaft
am 20. September 2010 um 11:00 Uhr wurde der Theodor Kramer Gesellschaft der Dr. Karl Renner Preis der Stadt Wien verliehen.
Die Laudatio wurde vom Präsidenten des Verwaltungsgerichtshofs Univ.-Prof. Dr. Clemens Jabloner gehalten.
| Überreichung des Dr. Karl Renner Preises an Univ.-Prof. Dr. Karl Müller für die Theodor Kramer Gesellschaft |
Foto: media wien
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Wir gratulieren sehr herzlich:
Goldenes Ehrenzeichen der Stadt Wien für Alfredo Bauer
Wir gratulieren Alfredo Bauer sehr herzlich zum Goldenen Ehrenzeichen der Stadt Wien!
Die Verleihung fand am 29. September 2010 im Wiener Rathaus statt.
| Alfredo Bauer bei der Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens | ![]() |
Fotos: media wien
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Unsere neuestes Jahrbuch erscheint in Kürze!
| Zwischenwelt 12: Subjekt des Erinnerns? Hg. von Helene Belndorfer, Siglinde Bolbecher, Alexander Emanuely, Peter Roessler und Herbert Staud. Br. 320 Seiten. Preis ca. EURO 24.90; CHF 37.90. ISBN: 978-3-85435-628-8
Erscheint in Kürze! |
Mitglieder der Theodor Kramer Gesellschaft erhalten 20 % Rabatt auf die Bücher des Verlags der TKG.
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Die Gesellschaft für Exilforschung hat eine neue Homepage! - http://exilforschung.de
Die Homepage der Gesellschaft für Exilforschung ist neu konzipiert. – Z.B. unter “Aktuelles” finden Sie Hinweise auf künftige Tagungen und Calls for Papers auch von Seiten anderer Gesellschaften und Institutionen, sowie Berichte über Ausstellungen und Tagungen und die Rubrik „Suchanfragen und Angebote“.
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Konstantin Kaiser und Mozes Heinschink erhielten am 30.9.2010 in einer feierlichen Ehrung das Goldene Verdienstzeichen von Kulturstadt Andreas Mailath-Pokorny überreicht. Vladimir Vertlib hielt die Laudatio für Konstantin, Dieter Halwachs sprach für Mozes Heinschink. Ruža Nikolić-Lakatos, Harri Stojka, Josef Brachner und Moša Šišic sangen, spielten und geigten auf.
Ausführlicher Bericht hier in der Rathauskorrespondenz.
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"Grußbotschaft" von Elfriede Jelinek zum 25jährigen Bestehen der Theodor Kramer Gesellschaft und zum Symposium "Subjekt des Erinnerns?", 25. Juni 2009
Elfriede Jelinek bei der Buchpräsentation von "Flüchtlingskinder" von Claire Felsenburg am 27.2.2003 in ESRA. |
Zur Erinnerung Wir werden an uns noch viel zu arbeiten haben, um uns erinnern zu dürfen. Aber sich nicht zu erinnern, das ist nicht möglich. Es ist ein Arbeiten, um sich erinnern zu dürfen, wie um angeblich Unveränderliches zu ändern, was beides zusammengehört. Davor muß etwas geschehen sein. Wir müssen uns erinnern, schon deshalb, weil so vielen Subjekten das Erinnern genommen worden ist, denn es ist ihnen das Leben genommen worden. Der Lebensfaden ist ihnen von einem Mörderstaat abgeschnitten worden. Wir stehen für die Toten und Verfolgten ein und erinnern uns an sie und an ihrer Stelle (ohne sie je einnehmen zu können), weil es ohne dieses ständige Hervorholen der Vergangenheit nicht geht. Die Theodor Kramer Gesellschaft betreibt das Erinnern, das heißt, sie zwingt unsere Augen in eine bestimmte Blickrichtung. Wenn sie erwartungsfroh in die Zukunft schauen wollen, dann werden sie erst einmal in den Dienst des Vergangenen gestellt, weil die Zukunft anders nicht zu bekommen ist. Zukunft gibt es nicht mit Preisnachlaß und gratis schon gar nicht. Das Unterlassen, das Ausruhen und das Abstandnehmen wie das Abstandhalten können den Augen nicht gestattet werden. |
Woran sollen wir uns erinnern, was dürfen und was müssen wir vergessen? Können wir etwas vergessen, weil es nachträglich ja doch nicht zu ändern ist, im Sinne des "Glücklich ist, wer vergißt"? Gibt es eine Belohnung B und wäre sie nur ein glückliches Leben, was heißt "nur", das ist eh das Beste, das man kriegen kann! B fürs Vergessen? Und wird bestraft, wer sich erinnert?
Das kannst du vergessen!, bedeutet, daß etwas nicht möglich sein wird, daß es einem nicht gewährt wird. Wer darf die Schranke heben und durchgehen, für wen wird sie gesenkt? Wer oder was ist das Subjekt des Erinnerns? Was ist gemeint? Wie kann man dazu gebracht werden, sich an bestimmte Dinge der Vergangenheit zu erinnern, auch wenn man das gar nicht will? Worin besteht der Zwang (den es ohnedies nicht gibt), sich an historische Ereignisse, in die das eigene Land schuldhaft verstrickt war, zu erinnern?
An die Aufgabe, das zu definieren und zu klären, will dieses Symposion wahrscheinlich gehen, denke ich mir. Ich wünsche ihm Glück zu dieser Arbeit. Aber welche Arbeit ist das? Warum muß sie eigentlich getan werden? Zu klären wird auch sein, warum es dieses Muß gibt. Das Selbstverständliche ist trotzdem dazu da, verstanden zu werden, weil es ja sonst kein Selbst mehr gibt und man fort ist, ohne je dagewesen zu sein.
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