AUTORINNEN

Evelyn Adunka

Dr. Evelyn Adunka, geboren 1965 in Villach. Studium der Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien. Forschungen über die Geschichte der Wiener jüdischen Gemeinde, den österreichischen Antisemitismus nach 1945 und über die erste Generation der ÖsterreicherIn­nen in Israel. Mitarbeiterin beim "Lexikon der österrei­chischen Exilliteratur". Redak­tionsmitglied der Zeit­schrift für Kultur des Exils und des Widerstands "Zwi­schenwelt" (Wien) und Vorstandsmitglied der jüdisch-liberalen Gemeinde Or Chadasch. Beiträge zur neueren jüdischen Geschichte und Geistesgeschichte u.a. in: Aschkenas, Austrian Studies, Biblos, David, Dialog, Ency­clopedia Judaica Decennial Yearbook, European Judaism, Frankfurter jüdische Nachrichten, Freiburger Rundbrief, Die Furche, Die Gemeinde, Illustrierte Neue Welt, Israel Nach­richten, Das jüdische Echo, Literatur und Kritik, Mnemo­syne, Menora, Modern Austrian Literature, Wiener Zeitung. Bücher: Friedrich Heer. Eine intellekuelle Biographie (Inns­bruck, Wien 1995); Die vierte Gemeinde. Die Geschichte der Juden in Wien von 1945 bis heute (Berlin, Wien 2000); Exil in der Heimat. Über die Österreicher in Israel (Inns­bruck, Wien 2002); Der Raub der Bücher. Plünderung in der NS-Zeit und Restitution nach 1945 (Wien 2002); Hg. zusammen mit Peter Roessler: Die Rezeption des Exils. Geschichte und Perspektiven der österreichischen Exilforschung. Wien 2003.

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Nahid Bagheri-Goldschmied

Nahid Bagheri-Goldschmied, Lyrikerin, Schriftstellerin, geb. in Teheran, arbeitete als Journalistin, studierte persische und arabische Sprach- und Literaturwissenschaft. Seit 1980 in Wien. 2001 Lyrik­preis „Schreiben zwischen den Kulturen“ (Verein Exil); Vorsitzende des „Iranischen Kunst- und Kulturvereins im Exil“. Werke: Fünf Bände Lyrik, darunter „In der Fremde“ (deutsch-persisch, Judenburg 1994); Khawar (Roman, persisch 1998 in Schweden).

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Otto Basil

1901 in Wien geboren, starb 1983 in seiner Geburtsstadt. Seine ersten Gedichte veröffentlichte er mit 18 Jahren, seine frühe erzählende Prosa gilt allgemein als verschollen. Die NS-Zeit verbrachte er, mit Publikationsverbot belegt, in der Inneren Emigration. Unmittelbar nach der Befreiung vom Nationalsozialismus gab er die kurzlebige, doch bedeutende Kulturzeitschrift „Plan“ heraus, die Ausgangspunkt einer ganzen Generation österreichischer Schriftsteller war. Bekannt geworden vor allem als Theater- und Literaturkritiker, durch seine Trakl- und Nestroy-Monographien und durch seinen satirischen Roman „Wenn das der Führer wüsste“ (1966), geriet Basil als Lyriker rasch in Vergessenheit. Der vorliegende Band macht sein lyrisches Werk in einer repräsentativen Auswahl wieder zugänglich.  

Seele des Sommers

Eh die Nacht noch und ihr Volk in Scharen
heilen Hauchs die Zäune überstiegen,
soll der Wein im Schattenkrug versiegen,
Gerten tränkend, die hineingefahren. Kühl im Beerenbusch. Und wir gewahren
weit hinaus im Auseinanderbiegen,
wo die raunenden Arenen liegen
glüh’nd und dunkel, dürstend und agraren. Manchmal mit dem Donner der Geräte
um die Erntewagen leise läuten
wie im Orgelbrausen schwarze Messen, und durch Mohn und Meilenstein die Drähte
golden blinkend nach den Städten deuten
der Paläste mit metallnen Tressen.

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Alfredo Bauer

Alfredo Bauer wurde am 14. November 1924  in Wien geboren. Seine Eltern, die Mutter Pharmazeutin, der Vater Gewerbebetreibender, waren beide sozialdemokratischer Gesinnung, zwar jüdischer Abstammung, aber keineswegs religiös. Von 1932 bis 1938 besuchte Alfredo Bauer das Akademische Gymnasium in Wien und war von 1936 bis 1938 Mitglied des Österreichischen Pfadfinderbundes. Bauers gesamte Familie wurde rassistisch verfolgt und viele Verwandte wurden im Laufe des NS-Regimes deportiert und ermordet. Februar 1939 Emigration des erst vierzehnjährige Alfredo Bauer mit seinen Eltern nach Argentinien. Alfredo Bauer besuchte in Bunoe Aires die Pestalozzi Schule. 1941 trat Bauer dem Jugendklub Blau-Weiß bei, sowie der Jugendgruppe des FAM, deren Vorsitzender er zwischen 1944 und 1947 war. 1942 maturierte er in der Mittelschule „Bernardino Rivadavia“ und begann 1943 mit seinem Medizinstudium. Für Bauer kam nach dem Krieg eine Rückkehr nach Österreich nicht in Frage. Stattdessen wurde er in Argentinien politisch weiter tätig. 1946 trat er der Kommunistischen Partei Argentiniens bei. 1949 beendete Bauer sein Medizinstudium, er schrieb seine Doktorarbeit über „Schmerzarme Geburt“. Im Anschluss an sein Studium arbeitete er an verschiedenen Kliniken, zunächst als Kinderarzt, dann als Gynäkologe und Geburtshelfer. 1952 heiratete Alfredo Bauer Kitty Eggerer, mit der er drei Kinder hatte. Kitty starb sehr früh, im Jahr 1984. Im Jahr 1988 heiratete Alfredo Bauer erneut, Gerti Neumann, und mit ihr lebt er heute in Buenos Aires.

Werke (Auswahl)
Alfredo Bauer trat 1944 zum ersten Mal in Argentinien schriftstellerisch hervor, mit „Die Antwort“, ein Chorspiel über den österreichischen Freiheitskampf. Zur selben Zeit Veröffentlichung einiger auch Gedichte und anderer Beiträge in der deutschsprachigen argentinischen Zeitung Argentinisches Tageblatt.  „Des Teufels Wettermacher, ein Kleinkunststück“ (Leipzig: Hofmeister Verlag 1958), 1970  „La mujer, ser social y conciencia“, 1971 „Historica crítica de los Judíos“, 1976 „Sexo, moral, felicidad“, 1976 „Los compañeros antepasados“ Band 1: „La esperanza trunca“. (Auf Deutsch wurde dieser Band erst 1985 unter dem Titel „Verlorene Hoffnung“ im Verlag der Nation in Berlin publiziert. Die Folgebände erschienen im Anschluss: 1977 der zweite Band „El falso Auge“, dessen deutsche Übersetzung unter dem Titel „Trügerischer Glanz“ 1986 im selben Verlag wie der erste Band erschien, 1979 der dritte Band „Hacia el abismo“, 1982 der vierte „Prueba de Fuego“ und schließlich 1985 der fünfte und letzte Band „Nuevo Mundo. Relatos de perseguidos y refugiados“ )Bis heute sind nur die ersten zwei Bände auf Deutsch erschienen. Eine Herausgabe der Pentalogie ist im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft in Planung.
1982 „El hombre, la fe, el delirio y la razón“, 1983 „Martín Lutero. El hombre, la nación y la humanidad“, 1984 „El origen de la República Democrática Alemana y otros ensayos históricos“, 1984 Alfredo Bauers Heine-Übersetzungen, „Alemania. Cuento de invierno y otros poemas“, mit einem Vorwort von Jorge Luis Borges, 1986 „La herencia humanista y la República Democrática Alemana“ (Sammlung von Essays und Übersetzungen deutscher Literatur) . 1988 „Sexo y sociedad“,1989 „La Asociación ‚Vorwärts‘ y la lucha democrática en la Argentina“, 1992 „Un viaje. Relatos. Recuerdos y Reflexiones“, 1992 „El Martín Fierro que yo viví“. 1993 „Der Mann von gestern und die Welt.“ 1994 Übersetzungen von Heine-Gedichten „Vitzliputzli, Atta Troll y otros poemas“, 1995 Nachdichtung des argentinischen Nationalepos, „Der Gaucho Martín Fierro von José Hernández“, 1996 Uraufführung der Oper nach dem Zweig-Roman von Alfredo Bauer „Aus allen Blüten Bitternis“ in der Wiener Kammeroper, 1996 Verlag für Gesellschaftskritik: „Der Hexenprozess von Tucumán und andere Chroniken aus der Neuen Welt“ 1997 „Geliebteste Tochter“ (Roman über Marie Louise von Habsburg), 2000 „Antikoloniale Kleinkunststücke. Demetrius. Der weiße Elefant“, 2004 „Anders als die anderen. 2000 Jahre jüdisches Schicksal. Eine Szenenfolge“, 2004 „Verjagte Jugend“ 2009  „Mythen – Szenen. Dramoletts“ (Verlag André Thiele).

1987wurde Bauer der Wilhelm-Grimm-Preis der DDR verliehen, 2002 der Theodor Kramer Preis für Schrieben im Widerstand und im Exil.

Im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft ist eine Herausgabe der Pentalogie "Los companeros antepasados" (auf deutsch unter dem Titel "Die uns vorangingen") in Planung!

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Ulrich Becher

Der aufstrebende Schriftsteller Ulrich Becher wird durch die Machteinsetzung Hitlers am 30. Jänner 1933 zu einem „Niemand“ – so heißt auch sein Stück, dessen Uraufführung in Berlin verboten wird. Er flieht aus Deutschland und durchstreift unstet das noch freie Europa. Das Exil macht ihn abhängig von den Zuwendungen des vermögenden Vaters. Erst nach und nach begreifen Eltern und Sohn die Situation: daß es nun ums nackte Überleben geht, nicht um eine literarische Karriere. Letztlich bleibt Becher und seiner Frau Dana, Tochter von Alexander Roda Roda, nur die Flucht nach Brasilien. 1944 gelingt die Weiteremigration nach New York. Hier schreibt er mit dem Wiener Schauspieler Peter Preses die tragische Posse „Der Bockerer“. 1948 kehrte Becher zur Uraufführung des „Bockerer“ nach Wien zurück. Er lebte in Österreich, Deutschland und der Schweiz, seit 1954 überwiegend in Basel.

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Elazar Benyoëtz

Elazar Benyoëtz wurde als Paul Koppel 1937 in Wiener Neustadt geboren und flüchtete 1939 mit den Eltern nach Palästina. Er wuchs in Jerusalem in hebräischer Sprache auf, absolvierte ein Rabbinatsstudium, übte den Beruf aber nie aus. 1957 erster hebräischer Gedichtband, dem sechs weitere folgten. 1964-68 lebte er in Berlin (BRD), wo er 1965 die später in Frankfurt/M. fortgesetzte Bibliographia Judaica begründete. 1968 Rückkehr nach Jerusalem, wo er die Miniaturenmalerin und Kalligraphin Renée Koppel (Künstlername Metavel) heiratete. Berühmt ist er als Aphoristiker. Fragen der Metaphysik und des Verhältnisses von Deutschen und Juden beschäftigen ihn vielfach in seinen Werken. 1988 erhielt er den Adelbert von Chamisso Preis. Er schreibt in deutscher und hebräischer Sprache Essays, Gedichte, Aphorismen, Briefe (für ihn eine Kunstform) und lebt in Jerusalem. Der hebräische Name Benyoëtz bedeutet "Sohn des Ratgebers". 2004 erhielt er zusammen mit Robert Menasse den Joseph Breitbach Preis, 2009 das Österr. Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse. - Seine Bücher erschienen u.a. im renommierten Hanser Verlag (München, Wien) und zuletzt auch im Wiener Braumüller Verlag.

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Beppo Beyerl

Beppo Beyerl, geb. 1955 in Wien, Studium der Slawistik, lebt als freier Autor in Wien und in Vitis (Waldviertel).
Verfaßt Reportagen über Wien und den Rest der Welt: Reportagensammlung  “W drodze” – “Unterwegs”, 1998 erschienen in Wroclaw (Polen). Zuletzt “Geschichten aus dem Abseits”, Wien 2001, sowie “Die Beneš-Dekrete”, Wien 2002. Weiters schreibt er Bücher für Erwachsene und Kinder – 2002 erschien der Lyrikband “Thaya”, 2003 - mit Gerald Jatzek - “Valentin und Wanda”.
Werke (Auswahl): Flucht (Wien 1991); Eckhausgeschichten (Wien 1992); Wienerisch, das andere Deutsch (Bielefeld 1992); Das Goldhorn (mit Gerald Jatzek, Wien 1993); Freddy Flink in Schilda (mit G. Jatzek, Wien  1993); Wien (Bielefeld 1995); Lexikon der Nervensägen (mit G. Jatzek, München 1998); W Drodze (Wroclaw 1998).

Zuletzt im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft erschienen:  Beppo Beyerl: Geschichten aus dem Abseits. 19 Streifzüge von Ost nach West. Mit Fotos v. Michael Wrobel. Wien: Theodor Kramer Gesellschaft 2001. 150 S. ISBN-10  3-901602-14-3. ISBN-13  978-3-901602-14-6.

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Siglinde Bolbecher

Siglinde Bolbecher, Historikerin, Exilforscherin, Lyrikerin, Mitbegründerin und stellv. Vorsitzende der Theodor Kramer Gesellschaft. Herausgeberin der Zeitschrift für Kultur des Exils und des Widerstandes "Zwischenwelt". Leiterin der Frauen-Arbeitsgemeinschaft in der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung. Zahlreiche Studien und Beiträge zur österreichischen Exilliteratur und Zeitgeschichte. Herausgeberin der gesammelten Werke von Stella Rotenberg, Mitverfasserin des "Lexikons der österreichischen Exilliteratur" (Wien 2000). Zuletzt u.a. Hg. von "Frauen im Exil" (Wien, Klagenfurt/Celovec 2007) und Gedichte in der Anthologie "Widerstand und Freiheitskampf" (Wien 2009).

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Josef Burg

Josef Burg, geb. am 30.5. 1912 in Wischnitz in der Bukowina. Vater: Flößer. Schule und Lehrerseminar des "Jüdischen Schul-Vereins" in Czernowitz. 1934 erste Erzählung in der jiddischen Zeitschrift "tscher­nowizer bleter". 1935-38 Studium der Germa­nistik in Wien. Bekannt­schaft mit den jiddischen Autoren Mendel Neugröschel, Ber Horowitz, Melech Rawitsch. 1941 Flucht in die Sowjetunion. Deutschlehrer in der Wolgadeutschen Republik und Hochschulleh­rer in Iwanowo. 1959 Rückkehr ins mittlerweile ukrainische Czernowitz. Lehrer und freier Schriftsteller; seine Erzählungen werden in der seit 1961 in Moskau erscheinenden jiddischen Zeitschrift "ssowetisch hejmland", aber auch in den USA, in Israel und Polen veröffentlicht. Ab 1990 gab er in Czer­nowitz eine jiddische Monatszeitschrift unter dem Namen der 1938 zwangseingestellten "tschernowizer bleter" heraus. Zu seinem 80. Geburtstag wurde in Czernowitz eine Festschrift zu seinen Ehren veröffentlicht. 1992 erhielt er den israelischen Segal-Preis für Literatur, 1993 wurde ihm der Ehrentitel "Ver­dienter Kultur­schaffender der Ukraine", 1997 das Österreichi­sche Ehrenkreuz für Wissen­schaft und Kunst I. Klasse verliehen. Burgs Werke erscheinen, übersetzt von Beate Petras und Armin Eidherr, seit 2004 in der Reihe "Der Erzähler Josef Burg" im Verlag Hans Boldt, Winsen/Luhe (BRD).

Bücher: afn tschermosch (Auf dem Czeremosz, Bukarest 1939; deutsch: Winsen 2005); ssam (Gift, Czernowitz 1940; deutsch: Winsen 2005); doss lebn gejt wajter (Das Leben geht weiter, Moskau 1980); iberruf fun zajtn (Über die Zeiten hinweg, Mos­kau 1983); a farsch­petikter echo (Ein verspätetes Echo, Moskau 1990; deutsch: München 1999); Ein Gesang über allen Gesän­gen (Leipzig 1988); Sterne altern nicht (Winsen 2004); Dämme­rung (Winsen 2005); Mein Czernowitz (Winsen 2006); Begeg­nungen. Eine Karpatenreise (Winsen 2006); Über jiddische Dich­ter (Winsen 2007); Ein Stück trockenes Brot (Winsen 2008).

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Erwin Chvojka

Erwin Chvojka, geboren 16. Februar 1924 in Wien. Nach siebenjährigem Studienverbot durch das NS-Regime Studium an der Universität Wien (Germanistik, Anglistik, Geschichte). Danach Lehrer an Wiener Gymnasien, zuletzt 1975-1989 Direktor des Bundesgymnasiums Wien XVI. Verfasser mehrerer Schulbücher; zahlreiche Veröffentlichungen zu literarischen und historischen Themen. Vom Dichter eingesetzter Verwalter und Herausgeber des Nachlasses von Theodor Kramer; Ehrenmitglied der Theodor Kramer Gesellschaft.

Zuletzt im Verlag der Theodor Kramaer Gesellschaft erschienen:  Erwin Chvojka/Konstantin Kaiser: Vielleicht hab ich es leicht, weil schwer, gehabt. Theodor Kramer 1897-1958. Eine Lebenschronik. Mit 40 Abbildungen und Faksimiles. Wien: Theodor Kramer Gesellschaft 1997. 118 S. ISBN-10  3-901602-03-8. ISBN-13  978-3-901602-03-0.

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Cécile Cordon

Waltraud Cécile Cordon, geb. am 1. September 1939 in Graz, Volks- und Hauptschule, Handelsakademie, Schauspielschule Graz-München, 1961 – 1975 in München, Schweinfurt, Heilbronn, Tübigen und Hamburg als Schauspielerin gearbeitet. 1972 Geburt eines Sohnes. 1973 – 1975 Engagements an Theatern in der BRD. 1975 Übersiedlung nach Wien. Bis 1996 Engagements an verschiedenen Theatern, sowie Mitwirkung in Fernsehen und Film.
Als Autorin Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und im ORF, Veröffentlichung ihrer Bücher: 1997 "Das Riesenrad hat alle entzückt", die 100jährige Geschichte des Wiener Riesenrades. 1998    " Buch der Ränder" Roma-Lyrik aus Ungarn. Mitarbeit an der Übertragung aus dem Ungarischen. 2001 "An der Zeiten Ränder", Czernowitz und die Bukowina, Hsg. Cécile Cordon/Helmut Kusdat, Geschichte/Literatur/Verfolgung/Exil. 2006 "Memoria Austriae II" Beitrag: Das Riesenrad – ein Wiener Wahrzeichen, in Zusammenarbeit mit Siglinde Bolbecher. Von 1991 – 2001 als Bezirksrätin in der Leopoldstadt tätig
Von April 2001 bis November 2005 Gemeinderätin und Landtagsabgeordnete. Mai 2004 Gründung eines gemeinn. Vereines für soziale und kulturelle Projekte in Osteuropa (Obfrau). Seither mehrmalige Aufenthalte in der Ukraine.

Im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft zuletzt erschienen: Cécile Cordon und Helmut Kusdat (Hg.): An der Zeiten Ränder. Czernowitz und die Bukowina. Geschichte, Literatur, Verfolgung, Exil. Wien: Theodor Kramer Gesellschaft 2002. 396 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen und faksimilierten Dokumenten. ISBN-10  3-901602-16-X. ISBN-13  978-3-901602-16-0.

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Clara Felsenburg

Claire, eigentlich Clara Felsenburg, geborene Genauer-Topf, kamm 1911 in Lemberg (Galizien) zur Welt, floh im Herbst 1914 über Budapest mit den Eltern und den Geschwistern nach Wien, wo die Familie 1915 in Wien-Brigittenau Unterschlupf fand. Hier besuchte sie ab 1917 Volks- und Bürgerschule, absolvierte danach einen Schnellkurs für Stenotypie und Maschinschreiben; ab 1927 Angestellte in der Anwaltskanzlei Dr. Fürth. 1936 Heirat mit dem Journalisten Walter Felsenburg, geboren 1904 in Ungarisch Hradisch (Mähren), der aber immer in Wien gelebt hatte und ab 1923 als Gerichtssaalberichterstatter tätig war. Durch ihn wurde auch Claire externe Mitarbeiterin von Tageszeitungen. Im Juli 1938 flüchtete das Paar nach Zürich, 1939 weiter nach Großbritannien; Aufenthalt in der Universitätsstadt Cambridge; Arbeit als Hausgehilfin und als Hilfsarbeiterin in der Landwirtschaft, ab 1943 Führung einer Frühstückpension, daneben Besuch einer Kunstschule. 1944 Geburt der Tochter Dorothy; Nachricht von der Ermordung der Mutter in Auschwitz. Weiteremigration in die USA; im Jänne 1949 Ankunft in New York. In Los Angeles versucht sich Claire Felsenburg zunächst als Modezeichnerin und -entwerferin. Ab 1952 bis zu ihrer Pensionierung Sekretärin in einem Büro. Claire und Walter Felsenburg leben heute in Denver.

Zuletzt im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft erschienen: Flüchtlingskinder. Erinnerungen. Vorwort von Elfriede Jelinek. Wien: Theodor Kramer Gesellschaft und Aktionsradius Augarten 2002. 196 Seiten. ISBN 978-3-901602-17-7

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Marie Frischauf

Marie Frischauf, geb. Pappenheim, geboren 1882 in Preßburg, drei Jahre danach übersiedelte die jüdische Familie nach Wien, als eine der ersten Frauen Österreichs Abschluss eines Medizin-Studiums, Fachärztin für Dermathologie. Ohne ihr Wissen druckte Karl Kraus 1906 vier ihrer Gedichte in der "Fackel". 1909 verfasste sie für Arnold Schönberg das Libretto den Monodrams "Erwartung" (opus 17), trotz der Versuche von Kraus und Schönberg, ihr dichterisches Talent zu fördern, entschloss sie sich zur Ausübung ihres Arztberufes. 1911 Referat bei der Konferenz zur Bekämpfung des Mädchenhandels. 1919 Heirat mit Hermann Frischauf (Assistent von Prof. Julius Wagner-Jauregg; ihr Bruder Martin war bis 1932 Professor für Psychatrie und Neurologie), Geburt des Sohnes Hans (später Professor für Medizin), Beitritt zur KPÖ. Sozialmedizinisches, pädagogisches und politisches Engagement. 1927 Vorsitzende der Österreichischen Arbeiterhilfe und Mitglied des Exekutivkomitees der Internationalen Arbeiterhilfe. Mitbegründung des Büros zum Studium des Faschismus. Nach dem Brand des Justizpalastes von Mitte Juli bis Mitte August 1927 verhaftet. 1928 mit Wilhelm Reich Gründung und Leitung der Soziaistischen Gesellschaft für Sexualberatung und Sexualforschung, die an sechs Anlaufstellen Sexualberatung durchführt. Kampf gegen den Abtreibungsparagraphen, zusammen mit Annie Reich Verfassung der Broschüre "Ist Abtreibung schädlich?". Ab 1930 Leiterin des Weimann Verlages, nach den Februarkämpfen 1934 neuerlich verhaftet, im September Emigration nach Paris. Dort 1938 Mitbegründerin des Cercle Culturel Autrichen, der literarische und musikalische Benefizveranstaltungen durchführte, Höhepunkt war ein Abend mit Franz Werfel. Nach Kriegsausbruch von Anfang 1940 bis März 1941 in Gurs interniert, danach Flucht nach Mexiko. Dort erneut als Ärztin tätig, Bekanntschaften u.a. mit Anna Seghers, Egon Erwin Kisch, Bruno Frei, Marcel Rubin, Leo Katz. Ab 1944 sporadische Teilnahme am Kulturleben der österreichischen und deutschen Exilanten, Publikation einiger Artikel und Gedichte in der Exilpresse Mexikos und der USA. Hermann Frischauf starb 1942 an den Folgen seiner zweijährigen Haft im KZ Buchenwald. 1947 Rückkehr nach Wien, bis 1955 Leiterin einer Dermatologischen Ambulanz der Wiener Gebietskrankenkasse. 1949 Publikation des Romans "Verspätete Ernte zerstreuter Saat". Marie Frischauf starb 1966 in Wien.

Zuletzt im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft erschienen: Der graue Mann. Roman und Gedichte für Arnold Schönberg. Hg. u. mit einem Nachwort v. Marcus G. Patka. Wien: Theodor Kramer Gesellschaft 2000. 139 S. ISBN-10  3-901602-13-5. ISBN-13  978-3-901602-13-9.

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Michael Guttenbrunner

Geboren 1919 in Althofen bei Klagenfurt (Kärnten), besuchte die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt in Wien. Schon 1935 und 1938 aus politischen Gründen verfolgt und eingesperrt, wurde er 1940 zur Wehrmacht eingezogen; 1944 wegen Widerstand zum Tode verurteilt, doch zur "Frontbewährung" begnadigt. Zurückgekehrt nach Kärnten, redigierte er u.a. die Zeitschrift der Kärntner Partisanen "Die Einheit". 1954 Georg Trakl-Preis für Lyrik und Übersiedlung nach Wien. Wiederholt in heftige Auseinandersetzungen mit ehemaligen Nazis verwickelt. 1964-66 Mitherausgeber der Zeitschrift "Der Alleingang", 1966-78 Herausgeber der Zeitschrift "Das Ziegeneuter". 1966 Österreichischer Staatspreis für Lyrik; 1987 Kulturpreis des Landes Kärnten; 1994 Ehrendoktorat der Universität Klagenfurt. Guttenbrunner war mit Maria Zuckmayer-Guttenbrunner, Tochter von Alice und Carl Zuckmayer, verheiratet und lebte bis zu seinem Tode, kurz nach der Verleihung des Theodor Kramer Preises am 12. Mai 2004, in Wien und im Waldviertel (NÖ).  

In den Abruzzen

Wer wandert auf baumlosen Bergen,
über dem Abgrund des Meeres?
Wer sitzt am Fluß
im Tal der Zikaden
und sieht, wie das Licht auf Gipfel
strahlende Füße setzt?
Die Berge rühren sich nicht.
Still wachsen die Schatten der Steine.
Der Saumpfad ist leer, ohne Schritt.
Kein klirrendes Rad rührt den Staub.

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Erich Hackl

Erich Hackl, geboren 1954 in Steyr (Oberösterreich) und dort auch aufgewachsen; Studium der Germanistik und Hispanistik. Lehrer und Lehrbeauftragter in Wien und Madrid. Ab 1976 regelmäßiger Mitarbeiter der Zeitschrift "Wiener Tagebuch". Übersetzer spanischer und lateinamerikanischer Literatur; u.a. Herausgeber der Anthologie "Hier ist niemand gestorben". Seit 1983 freischaffender Schriftsteller, veröffentlichte zahlreiche Essays und Porträts u.a. in WochenZeitung (Zürich), Die Zeit (Hamburg), Die Presse, Zwischenwelt, Der Standard (Wien), Literatur und Kritik (Salzburg). Lebt in Wien und Madrid.
Bücher: Auroras Anlaß (1987); Abschied von Sidonie (1989); König Wamba (1991); Sara und Simón (1995); In fester Umarmung (1996); Entwurf einer Liebe auf den ersten Blick (1999); Die Hochzeit von Auschwitz (2002); Anprobieren eines Vaters. Geschichten und Erwägungen (2004); Als ob ein Engel. Erzählung aus dem Leben (2007); Lexikon der österreichischen Spanienkämpfen (zusammen mit Hans Landauer, 2008).

Zuletzt im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft erschienen: Hans Landauer in Zusammenarbeit mit Erich Hackl: Lexikon der österreichischen Spanienkämpfer. 1936-1939. 2., erweiterte und verbesserte Auflage. Wien: Theodor Kramer Gesellschaft 2008. 270 S., 270 Abb., Format 19,5x22 cm. ISBN 978-3-901602-33-7.

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Herman Hakel

Herman Hakel, geboren 1911 in Woien. Seit 1934 freier Schriftsteller. 1939 Emigration nach Italien. 1948 - 1951 Vorstandsmitglied des österreichischen P.E.N. Dozent an Wiener und Münchner Volkshochschulen. Kulturredakteur verschiedener Zeitungen und Zeitschriften. Herausgeber zahlreicher Anthologien und Sammlungen (Viennensia, Judaica u.a.) sowie der Literaturzeitschrift Lynkeus. Gestorben 1987 in Wien.

Zuletzt im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft erschienen:  Jiddische Gedichte des 20. Jahrhunderts übertragen von Hermann Hakel.  Hg v. Armin Eidherr. Wien: Theodor Kramer Gesellschaft 2001. 159 S. ISBN-10  3-901602-06-2. ISBN-13  978-3-901602-06-1.

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Peter Heller

Peter Heller, geboren 1920 in Wien, entstammte der Familie Heller, Inhaber der gleichnamigen Wiener Süßwarenfabrik, kam durch eine Kinderanalyse bei anna Freud mit der Psychoanalyse in Berührung. Im Juni 1938 emigrierte er über Paris nach England. Im Juli 1940 wurde er als "feindlicher Ausländer" interniert und nach Kanada deportiert. Im Herbst 1941 aus der Internierung entlassen, setzte Peter Heller seine Studien in Montreal und New York fort. ab 1946 gab er Sprach- und Literaturunterricht als Universitäts- und Collagelehrer. 1951-54 lehrte er an der Harvard University in Boston (Massachusetts). Zuletzt war er 1968-91 Professor für Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität in Buffalo. Von Peter Heller existieren zahlreiche literaturwissenschaftliche Arbeiten, u.a. über G. E. Lessing, J. W. Goethe, Thomas Mann, Friedrich Nietzsche, Anna und Sigmund Freud, Franz Kafka, Bertolt Brecht, Ernst Toller. Sein literarisches Werk hat sich parallel dazu entwickelt, als ein permanentes Anschreiben gegen die Anonymität, Vereinsamung, Sprachlosigkeit des Exils. Peter Heller starb am 7. November 1998 in Williamsville , New York.

Zuletzt im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft erschienen: Der junge Kanitz und andere Geschichten. Mit einem Nachwort von Beatrix Müller-Kampel. Wien: Theodor Kramer Gesellschaft 1998. 119 S. ISBN-10  3-901602-05-4. ISBN-13  978-3-901602-05-4.

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Miguel Herz-Kestranek

Miguel Herz-Kestranek, Schauspieler und Autor, geb. 3.4. 1948 St. Gallen. Matura und Reinhardtseminar; bis 1980 Theaterjahre an Volkstheater, Burgtheater, Vereinigte Bühnen Graz, Theater in der Josefstadt; seitdem freiberuflich tätig; weit über hundert, z.T. internationale TV- und Filmrollen. Nur mehr vereinzelt Theaterrollen, wie z.B. Theater in der Josefstadt "Anatol" (A. Schnitzler), Theater Baden "Higgins" (My Fair Lady),  Festspiele Reichenau "Jakobowsky" (Jakobowsky und der Oberst). Zahlreiche Rezitationsabende und kabarettistische Soloprogramme, z.T. auch in TV und Rundfunk, auf Video und etwa ein Dutzend CDs. Gründer und mehrjähriger Präsident des Verbandes österreichischer Filmschauspieler. Seit 2000 Vizepräsident des österreichischen P.E.N.-Clubs. Solotourneen nach Israel und in die USA. 1988 Gestaltung des literarischen ORF-TV Feuilletons über österreichische Emigranten in Israel "Vergiss das Wort, vergiss das Land".
Weltweit größte Schüttelreimwebsite: www.schuettelreime at. Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst. Lebt in Wien und St. Gilgen.
Buchveröffentlichungen (Auswahl): Gereimte Sammelschüttler (1995); also hab ich nur mich selbst - Stationen eines großbürgerlichen Emigranten 1938-45 (1997); Mit èjzes bin ich versehen (1998).

Im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft zuletzt erschienen: Miguel Herz-Kestranek, Konstantin Kaiser, Daniela Strigl (Hg.): In welcher Sprache träumen Sie? Österreichische Lyrik des Exils und des Widerstands. Wien: Theodor Kramer Gesellschaft 2007. ISBN 978-3-901602-25-2.

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Konstantin Kaiser

Konstantin Kaiser, geb. 1947 in Innsbruck; Studium der Philoso­phie in Wien; seit 1983 freier Schriftsteller und Literaturwissenschaftler; Mitbegründer der "Theodor Kramer‑Gesellschaft" und der "Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung". Zahlreiche Veröffentlichungen, darunter Essays, Gedichte und Prosa, zuletzt u.a.: In welcher Sprache träumen Sie? Österreichische Lyrik des Exils (Mithg., 2007); Ausgewählte Gedichte (2007); Ohnmacht und Empörung (Schriften, 2008).

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Fritz Kalmar

Fritz Kalmar,geboren 1911 in Wien, studierte Jus in Wien und war bis 1938 als Rechtsanwaltsanwärter tätig. 1939 gelang ihm die Flucht nach Bolivien, wo er in La Paz Mitbegründer und später Präsident der "Federación de Austríacos Libres en Bolivia" wurde. Leidenschaftlich zum Theater hingezogen, hat er nicht nur zahlreiche Theaterstücke (1977 wurde Im Schatten des Turmes am Wiener Volkstheater uraufgeführt) und Sketches verfaßt, sondern selbst auch lange Jahre in La Paz und Montevideo, zusammen mit Erna Terrel und bis zu dessen Tod mit Georg Terramare, Theaterabende organisiert und die verschiedensten Rollen gespielt. Die Geschichte des deutschsprachigen Exiltheaters in Südamerika hat er wesentlich mitgeschrieben. Bis 1990 war Kalmar ehrenamtlicher österreichischer Honorar-Generalkonsul in Uruguay und unterstützte in dieser Eigenschaft politisch verfolgte Bürger Uruguays. Trotz vieler Veröffentlichungen (so schon in der von Hermann Hakel herausgegebenen Zeitschrift Lynkeus) erfolgte sein literarischer Durchbruch erst mit dem Band Das Herz europaschwer.
Am 8. Juni 2008 starb Fritz Kalmer mit 96 Jahren in Montevideo.

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Leo Katz

Leo Katz, geb. 1892 in Sereth (Bukowina), sollte Rabbiner werden; durch die Erfahrung des rumänischen Bauernaufstands von 1907 Zuwendung zu sozialen Fragen. Studierte Geschichte und Philosophie in Wien. 1919 Mitgied der KPÖ. 1920-22 in New York; 1921 Gründungsmitglied der Workers Party of America; Mitarbeiter an der jiddischen Zeitschrift "Morning Freiheit" und der "New Yorker Volkszeitung". Ab 1922 wieder in Wien; Mitarbeit am KPÖ-Zentralorgan "Rote Fahne". 1924 Heirat mit Bronia (Bronislawa) Rein (1902 Kolomea/Galizien - 1989 Wien). 1926 als Korrespondent der "Proletarska Prawda" (Kiew) in Paris. 1927 wieder in Wien; Geburt des Sohnes Friedrich. Von 1930 an in Berlin; zuerst in der Auslands-, dann Feuilletonredaktion der "Roten Fahne" (Zentralorgan der KPD). 1933 Flucht nach Paris. Gründer und Redakteur der kommunistischen jiddischen Tageszeitung "Naie Presse". 1936-38 Waffeneinkäufer für die Spanische Republik. 1938 nach New York. Kontakte zu Ernst Bloch und Ernst Karl Winter. Konzentrierte sich von nun an mehr und mehr auf das Schreiben: Zwischen 1938 und dem frühen Tod 1954 entstanden in rascher Folge zwei große historische Essays, zwei Kinderbücher und sechs Romane. 1940 nach México D.F.. Vortragstätigkeit an der Arbeiter-Universität; Publikationen in der mexikanischen Tageszeitung "Novedades" und der Zeit¬schrift "Hoy". Mitarbeit "Austria Libre", "Alemania Libre" und "Austro American Tribune". 1942 Mitbegründer des Verlags "El Libro Libre". Mitbegründer. Mitarbeit an der 1944 gegründeten Monatszeitschrift "Tribuna Israelita". September 1949 Rückkehr nach Wien; wollte sich mit der Familie zuerst in Israel niederlassen, sah aber nach mehrwöchigem Aufenthalt im Herbst 1949 keine Arbeitsmöglichkeiten als jiddischer oder deutschsprachiger Schriftsteller und Journalist. In Wien Mitarbeiter der "Österreichischen Volksstimme" (Zentralorgan der KPÖ). Starb 1954 in Wien.
Werke: Totenjäger (Roman, México D.F. 1944); Seedtime (Roman, New York 1947); Die Grenzbuben (Jugendbuch, Berlin 1951); Tamar. Erlebnisse aus der Zeit des Spartakus-Aufstandes (Jugendbuch; Berlin 1952); Die Welt des Columbus (Historischer Roman, Berlin 1954); Der Schmied von Galiläa (Historischer Roman, Berlin 1955); Brennende Dörfer (Roman, Wien 1993).

Im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft erschienen: Leo Katz: Totenjäger. Roman. Mit einem Vorwort v. Konstantin Kaiser und einem Nachwort von Friedrich Katz. Wien und Aachen: Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft und Rimbaud Verlag 2005. 405 S. ISBN-10  3-901602-22-4.
Leo Katz: Brennende Dörfer. Roman. Wien und Aachen: Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft und Rimbaud Verlag 2006. 175 S. ISBN-10  3-901602-27-5. ISBN-13  978-3-901602-27-6.

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Alois Kaufmann

Alois Kaufmann, geboren 6.5. 1934 in Graz, uneheliches Kind, das von der Mutter sofort nach der Geburt zu Pflegeeltern gegeben wird. Nach vier schlimmen Jahren von der Fürsorge in die Wiener Kinderübernahmestelle gebracht. Da weder Vater noch Mutter das Sorgerecht auf sich nehmen wollen, kommt er für sechs Jahre auf den "Spiegelgrund", wo Kinder mißhandelt und viele von ihnen ermordet werden. Erst nach dem Zusammenbruch des "Dritten Reichs" holt ihn sein Vater zu sich.
Er findet Anschluß an eine Gruppe junger Sozialisten, absolviert eine Lehre als Eisenhändler und ist vier Jahre Angestellter der Sozialversicherung. 1961 Heirat; zusammen mit seiner Frau führt er ein Textilgeschäft. In all den Jahren schreibt er. Mit seinem Buch über den "Spiegelgrund" (seit 1993 in drei verschiedenen Verlagen erschienen) und durch ungezählte Vorträge bricht er das Schweigen über das Geschehene. Kaufmann ist nebenberuflich als Betreuer für Behinderte im Sozialdienst der Gemeinde Wien tätig.

Im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft zuletzt erschienen: Kaufmann, Alois: dass ich dich finde. Kind am Spiegelgrund. Gedichte. Hg.: Mechthild Podzeit-Lütjen. Vorw.: Hannah M. Lessing. Wien: Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft gemeinsam mit Mandelbaum Verlag, 2006. 95 S., brosch. ISBN-10  3-901602-29-1. ISBN-13  978-3-901602-29-0

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Anna Krommer

Anna Krommer, geboren am 31. März 1924 in Dolny Kubin (Slowakei), CSR. Vater: Helmut Krommer. (1891 Troppau-1973 Boston, Massachusetts), Journalist, Maler und Graphiker. Mutter: Valerie, geb. Weisz (1895 Usch, Galizien/Polen-1948 Guildford, Südengland). Schwester: Barbara (*1923 Berlin), verh. Sadagopan. - Aufgewachsen in Berlin, wo der Vater in der Redaktion des sozialdemokratischen "Vorwärts" tätig war. 1933 Flucht mit Familie in die CSR. Deutsches Mädchenlyzeum Prag bis März 1939. Juni 1939 mit Mutter und Schwester nach Großbritannien, wo sie mit dem schon früher nach Jugoslawien geflüchteten Vater wieder zusammentrafen. 1941-44 Studium an der Kunstgewerbeschule des Guildford Technical College, Surrey. Freundschaft und Korrespondenz mit dem am College ab 1943 als Bibliothekar tätigen Theodor Kramer. 1944/45 Abschluss des Studiums mit Stipendium der Tschechoslowakischen Kunstgewerbeschule im Exil in Chelsea (London). Kurzzeitige Anstellung am Covent Garden Theatre in London. Verlor die CSR-Bürgerschaft, weil sie von ihrer Mutter, die in Theresienstadt ehemalige KZ-Häftlinge betreute, gewarnt, nicht zurückkehrte. Alle Verwandten der Mutter waren als "Juden" in NS-Konzentrationslagern ermordet worden (so auch der Bruder der Mutter, der Maler und Zeichner Arnold Weisz, Ps. Peter A. W. Kubíncan).
1946/47 Briefzensorin für die US-amerikanische Militärbehörde in Offenbach. 1948 illegal nach Israel, um sich der israelischen Armee anzuschließen. Als Frau wird Anna Krommer aber nicht mehr benötigt. Rückkehr nach Großbritannien. Mit dem Vater im Jänner 1951 in die USA (Ankunft 2. Februar 1951). Im selben Jahr nochmalige Rückkehr nach Israel; noch vor ihrer Ankunft ertrinkt ihr Verlobter in Israel in einem Hochwasser. Aufenthalt in einem Kibbuz. In dieser Zeit entsteht ihr erster Gedichtband. Ab September 1952 wieder in den USA, lebt sie zuerst in Boston, ab 1953 in Ne York, ab 1962 in Washington. 1957 wird sie US-Bürgerin. Viele Beiträge (Gedichte, Erinnerungen, Reiseberichte, Essays) in Anthologien und Zeitschriften: "Aufbau", "New Yorker Staatszeitung" und "Herold", "Literatur und Kritik" (Wien), "Frankfurter Hefte", "Washington Journal", "Mnemosyne" (Klagenfurt), "Mit der Ziehharmonika", "Decision" (Hamburg).

Zuletzt im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft erschienen: Anna Krommer: Staub von Städten. Ausgewählte Gedichte. Hg. und eingeleitet v. Sabine Prem. Nachwort v. Walter Grünzweig. Mit Zeichnungen v. Peter A. W. Kubíncan. In Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Literaturforum, Krems. Wien: Theodor Kramer Gesellschaft 1995. 85 S. ISBN-10  3-901602-01-1. ISBN-13  978-3-901602-01-6.

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Primus-Heinz Kucher

Primus-Heinz Kucher, geb. 1956 in Klagenfurt; a.o. Univ.-Prof. an der Universität Klagenfurt, 1980-84 an der Universität Pisa; Hrsg. italienisch/deutscher Ausgaben von Jura Soyfer (1983) u. Theodor Kramer (1985); Übersetzer u. Hrsg. von Scipio Slatapers Mein Karst (1988), Mit-Hrsg. von Stella Rotenberg: »Scherben sind endlicher Hort«. Lyrik und Prosa (1991); kommentierte Text-Edition von Charles Sealsfield: Austria as it is /Österreich wie es ist (1994, 21997), Hrsg. von L. Kompert: Die Geschichte der Randars; Mit-Hrsg. der Reihe Mnemosyne; Verfasser u.a. von Herrschaft und Protest. Literarische Öffentlichkeit in Oberitalien (1989) u. zahlreicher Aufsätze zur österreichischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts
Lebt in Klagenfurt.

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Herbert Kuhner

Herbert Kuhner, geb. 1935 in Wien.  1939 mußte er mit seinen Eltern die "Ostmark" verlassen. Er wuchs in den Vereinigten Staaten auf, wo er sein Bachelor of Arts an der Columbia University bekam. 1963 kehrte er nach Österreich zurück und lebt seitdem als unermüdlicher Kritiker österreichischer Nachkriegsmentalität, freier Schriftsteller und Übersetzer in Wien. Seine Werke : Nixe (Roman), Funk and Wagnalls, New York; Broadsides and Pratfalls (Lyrik), The Menard Press, London; Vier Einakter, Thomas Sessler Verlag, Wien. The Assembly-Line Prince / Der Fließbandprinz, als Roman und Theaterstück geschrieben, ist noch unveröffentlicht. Kuhner ist Übersetzer von neun Sammlungen österreichischer Lyrik, darunter Austrian Poetry Today / Österreichische Lyrik heute. Schocken Books, New York; Carinthian Slovenian Poetry, Hermagoras Verlag, Klagenfurt / Slavica Publishers, Columbus, Ohio; Hawks  and Nightingales: Current Burgenland Croatian Poetry, Braumüller Verlag, Wien / Slavica Publishers, Columbus, Ohio. Eine Sammlung seiner Gedichte, ist in Vorbereitung.

Zuletzt im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft erschienen: Minki die Nazi Katze und die menschliche Seite. Prosa. Mit einem Nachwort v. Konstantin Kaiser. Wien: Theodor Kramer Gesellschaft 1998. 137 S. ISBN 3-901602-04-6. 

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Bernhard Kuschey

Dr. Bernhard Kuschey, Historiker. 1955 geb. in Klagen­furt, Studium der Geschichte und Ausbildung zum Sprortleh­rer. 1984-1993 Redaktionsmitglied der Zeitschrift für Sozial­wissenschaft und politische Bil­dung "Aufrisse", Mitarbeiter der Zeitschrift für Kultur des Exils und des Widerstands "Zwischenwelt". Unter­richtstätigkeit an einem Wiener Ober­stufenrealgymnasi­um und Praxisausbildung für AHS-Lehre­rInnen. Lang­jährige Forschungen zu KZ-Strukturen im Zu­sammen­hang mit einer biographischen Studie zu Ernst und Hilde Federn, Bearbeitung und Analyse des Nachlasses von Ernst Wodak. Publikationen: Die Ausnahme des Überlebens. Ernst und Hilde Federn. Eine biographi­sche Studie und eine Analyse der Binnenstrukturen des Konzentrationslagers. 2 Bände (Wien 2003). Hg.: Die Psychoanalyse kritisch nützen und sozial anwenden. Zum 90. Geburtstag Ernst Federns (Wien 2005). Zuletzt erschienen: Die Wodaks. Exil und Rückkehr (Wien 2008).

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Helmut Kusdat

Helmut Kusdat, geb. 1970 in Wien, Studium der Politikwissenschaften. Veröffentlichungen zur Geschichte und Kultur der Bukowina, zuletzt des Reprints von Hermann Mittelmann "Illustrierter Führer durch die Bukowina", Czernowitz 1907 (Wien 2001, zweite Auflage 2002), und des Czernowitzer Wandkalenders 2002, 2003, 2004 (zusammen mit S. Osatschuk). Mit Cécile Cordon Herausgeber des großen Bukowina-Bandes "An der Zeiten Ränder. Czernowitz und die Bukowina. Gechichte - Literatur - Verfolgung - Exil" (Wien 2002).

Zuletzt im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft erschienen: Cécile Cordon und Helmut Kusdat (Hg.): An der Zeiten Ränder. Czernowitz und die Bukowina. Geschichte, Literatur, Verfolgung, Exil. Wien: Theodor Kramer Gesellschaft 2002. 396 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen und faksimilierten Dokumenten. ISBN-10  3-901602-16-X. ISBN-13  978-3-901602-16-0.

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Ludwig Laher

Ludwig Laher, geb. 1955 in Linz, studierte Germanistik, Anglistik und Klassischen Philologie, Universitätslehrer, Übersetzer und Autor, lebt in Sankt Pantaleon (Oberösterreich), erhielt zahlreiche Literaturpreise und Stipendien. Schreibt Prosa, Lyrik, Essays, Hörspiele, Hörbilder, Drehbücher sowie wissenschaftliche Texte.


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Hans Landauer

Hans Landauer, geboren 1921, kämpfte ab Mitte 1937 auf Seiten der Internationalen Brigaden. Nach Ende des Spanischen Bürgerkriegs (1936-1939) wurde er in Frankreich interniert,  im November 1940 in Paris festgenommen und befand sich vom Juni 1941 bis zur Befreiung 1945 im KZ Dachau in Haft. Nach Kriegsende war er in Österreich, auf Zypern und im Libanon im Polizeidienst tätig. Im DÖW baute er die Spezialsammlung Spanien-Dokumentation auf. Waren zu Beginn seiner Tätigkeit Dokumente über rund 50 ehemalige Spanienkämpfer in den allgemeinen Beständen des DÖW vorhanden, umfasst die Spanien-Dokumentation nunmehr Quellenmaterial über mehr als 1000 ÖsterreicherInnen im Spanischen Bürgerkrieg. Rund 400 Personen sind über Hinweise erfasst. Die Sammlung wird durch die Spezialbibliothek Spanischer Bürgerkrieg ergänzt. Hans Landauer ist auch auf publizistischem Gebiet tätig und veröffentlichte u. a. gemeinsam mit Erich Hackl das Album Gurs. Ein Fundstück aus dem österreichischen Widerstand (2000) und das Lexikon der österreichischen Spanienkämpfer (2003, 2. erw. u. verb. Aufl. 2008).

Zuletzt im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft erschienen:  Hans Landauer in Zusammenarbeit mit Erich Hackl: Lexikon der österreichischen Spanienkämpfer. 1936-1939. 2., erweiterte und verbesserte Auflage. Wien: Theodor Kramer Gesellschaft 2008. 270 S., 270 Abb., Format 19,5x22 cm. ISBN 978-3-901602-33-7.

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Henriette Mandl

Henriette Mandl (geb. Reich) wurde 1928 in Wien geboren. Jänner 1939 Flucht mit Kindertransport nach England. Schule in Laleham ("School of the Holy Child"); Matura Sommer 1945. 1947 Rückkehr nach Wien. 1947-51 Studium an der Universität Wien, Anglistik und Kunstgeschichte; Dr.phil. Lehrtätigkeit in den USA 1962/63 und 1969/70 (Lektor bzw. Associate Professor). 1967 Vortragstournee in den USA. Bücher: Wiener Altstadt-Spaziergänge (Wien 1987, 1993, 2001); Vienna Downtown Walking Tours (Wien 1987); Cabaret und Courage - Stella Kadmon (Wien 1993); In Search of Vienna (Wien 1995).

Zuletzt im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft erschienen: Maximilian und Emilie Reich: Zweier Zeugen Mund. Verschollene Manuskripte aus 1938. Hg. von Henriette Mandl. Wien: Theodor Kramer Gesellschaft 2007 306 S. ISBN 978-3-901602-30-6.

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Karl Müller

Karl Müller, geb. 1950; Fachbereich Germanistik der Universität Salzburg, Vorsitzender der Theodor Kramer Gesellschaft (Wien) und des Literaturhauses Salzburg, Leiter des Online-Projektes „Österreichische Schriftstellerinnen und Schriftsteller des Exils seit 1933. Texte und Kontexte“: www.literaturepochen.at/exil. Mitglied des Zentrums für Jüdische Kulturgeschichte an der Universität Salzburg. Buchpublikationen: „Zäsuren ohne Folgen. Das lange Leben der literarischen Antimoderne“ (1990), „Begnadet für das Schöne. Der rot-weiß-rote Kulturkampf gegen die Moderne“ (1992), „Karl Heinrich Waggerl. Eine Biographie mit Bildern, Texten und Dokumenten“ (1997); Herausgeber: „Die Literatur der Inneren Emigration aus Österreich“ (1998; gem. mit Johann Holzner), „Jiddische Kultur und Literatur aus Österreich“ (2003; gem. mit Armin Eidherr). Zahlreiche Aufsätze zur Literatur des 20. Jahrhunderts.

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Hans F. Reichenfeld

Hans F. Reichenfeld, geb. 1923 in eine jüdische Familie in Wien, wo er 1933-38 das Akademische Gymnasium besuchte, flüchtete im August 1938 nach Großbritannien. Im Mai 1940 als Enemy alien auf der Isle of Man interniert, wurde er nach Kanada deportiert, durfte aber 1941 nach Großbritannien zurückkehren. Aktivist von Young Austria, meldete er sich 1944 freiwillig zur Royal Air Force. 1947-52 studierte er Medizin in London und praktizierte als Allgemeinmediziner in Birmingham. 1966 übersiedelte er mit seiner Familie nach Kanada. 1972 schloß er die psychiatrische Fachausbildung in Ottawa ab, wo er bis heute als Psychiater und Universitätslehrer lebt. Sein Spezialgebiet ist die geriatrische Psychiatrie.

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Ingeborg Reisner

Ingeborg Reisner, geboren 1936 in Wien, studierte Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte, Philosophie und Psychologie in Wien; Doktorat 1962. Neben dem Studium war sie als Regie- und Kameraassistentin tätig und war bis 1964 Leiterin des Filmressorts der Tageszeitung „Neues Österreich“ und Moderatorin der Fernsehsendung „Der Film für dich“; Korrespondentin der indischen Filmzeitschrift „Film World“. 1965-1991 leitende Redakteurin
und Ressortleiterin beim Österreichischen Wirtschaftsverlag. Ingeborg Reisner veröffentlichte Aufsätze und Erzählungen; sie lebt in Wien und Florenz.
Werke u.a.: Michael sucht den Horizont (Jugendlektüre, in Fortsetzungen, Wien 1964); Die blauen Schuhe des Friedens (Wien 1988); Ninos Trauminsel (Jugenderzählungen, Wien 2000).

Zuletzt im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft erschienen: Kabarett als Werkstatt des Theaters. Literarische Kleinkunst in Wien vor dem Zweiten Weltkrieg. Wien: Theodor Kramer Gesellschaft 2004. 445 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen. ISBN 3-901602-15-1.

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Martin Roda Becher

geb. 1944 in New York City, wuchs in Wien, München und Berlin auf. Schriftsteller, Drehbuchautor, Literaturkritiker, Verfasser von Romanen und Erzählungen, Drehbüchern, Hörspielen, Theaterstücken. Ausgebildet als Schauspieler und Regisseur in Zürich. Lebt in Basel. Werke u.a.: Chronik eines feuchten Abends (Erzählungen, 1965); Flippern (Roman, 1968); Die rosa Ziege (Roman 1975); An den Grenzen des Staunens (Aufsätze, 1983); Unruhe unter den Fahrgästen (Aufzeichnungen, 1986); Abschiedsparcours (Erzählungen, 1998); Dauergäste. Meine Familiengeschichte (2000).

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Peter Roessler

geb. 1958 in Wien; Professor für Dramaturgie am Max Reinhardt Seminar, Institut für Schauspiel- und Schauspielregie der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien; Publikationen u.a. zu Dramaturgie und Theatergeschichte, Exil- und Nachkriegstheater, Theaterpublizistik, Gegenwartstheater; zuletzt erschienen: »Die Rezeption des Exils. Geschichte und Perspektiven der österreichischen Exilforschung« (hrsg. mit Evelyn Adunka, 2003); »Die vergessenen Jahre. Zum 75. Jahrestag der Eröffnung des Max Reinhardt Seminars« (hrsg. mit Günter Einbrodt u. Susanne Gföller, 2004); »Erinnerung. Beiträge zum 75. Jahrestag der Eröffnung des Max Reinhardt Seminars. Eine Dokumentation« (hg. mit Susanne Gföller, 2005).

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Hazel Rosenstrauch

Hazel Rosenstrauch, geb. 1945 in London, promovierte Sozialhistorikerin und Publizistin, ist verantwortliche Redakteurin der Zeitschrift "Gegenworte", hg. von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Bücher: Aus Nachbarn wurden Juden (Berlin 1988); Beim Sichten der Erbschaft - Wiener Bilder für das Museum einer untergehenden Kultur (Mannheim 21994); Die Grazie der Intellektuellen (Mannheim 1995).

Zuletzt im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft erschienen: Erstaunter Blick zurück. Edith Rosenstrauch-Königsberg 1921-2003. Mit Beiträgen von Chaim Eisenberg, Beatrix Müller-Kampel, u.a. Wien: Theodor Kramer Gesellschaft 2004. 91 Seiten. ISBN-10 3-901602-23-2. ISBN-13 978-3-901602-23-8.

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Stella Rotenberg

Stella Rotenberg, geboren 1916 in Wien, mußte 1938 ihr Medizinstudium an der Universität Wien wegen ih­res Judentums abbrechen und über die Niederlande nach Großbritannien flüchten. Im Exil begann sie 1940 Gedichte zu schreiben, später auch Prosa, die sie in den Bänden "Gedichte" (Tel-Aviv 1972), "Die wir übrig sind" (Darmstadt 1978), "Scherben sind endlicher Hort" (Wien 1991), "Ungewissen Ursprungs" (Wien 1997) veröffentlichte.Obwohl oder gerade weil ihre Gedichte von schlanker Schönheit und gedanklicher Prägnanz gelungen sind, die in ihrer Auseinandersetzung mit der Shoah und ihren Folgen von höchster Aktualität sind, blieb sie in ihrem Herkunftsland Österreich weitgehend unbeachtet. Zwar erhielt sie 1996 das österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse, aber mit einem literarischen Preis wurde sie so wenig wie viele andere ExilschriftstellerInnen gewürdigt.
Stella Rotenberg lebt seit 1948 in Leeds. 

Im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft erschienen: Stella Rotenberg: Ungewissen Ursprungs. Gesammelte Prosa. Hg. und mit einem Nachwort v. Siglinde Bolbecher. Mit Bildern v. Hildegard Stöger. Wien: Theodor Kramer Gesellschaft 1997. 93 S. ISBN 978-3-901602-02-3.
Stella Rotenberg: An den Quell. Gesammelte Gedichte. Hg. v. Siglinde Bolbecher u. Beatrix Müller-Kampel. Wien: Theodor Kramer Gesellschaft 2003.
224 S., ISBN-10  3-901602-07-0. ISBN-13  978-3-901602-07-8. 

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Tuvia Rübner

Tuvia Rübner, 1924 in Bratislava (Pressburg) geboren und dort aufgewachsen, kommt aus einer österreichisch-jüdischen Familie. Er überlebte den Nationalsozialismus als einziger seiner Familie – konnte 1941 im letzten Augenblick mit einer kleinen Jugendgruppe über den Landweg nach Palästina flüchten.
Im Juli 1942 erhielt Rübner über das Rote Kreuz eine letzte Nachricht:
... sind ausgesiedelt nach Generalgouvernement ehemaliges Polen. Neues Domizil erfahret durch Jüdische Soziale Selbsthilfe Krakau, Postfach Nr. 211.
Sein weiteres Leben blieb von persönlichen Katastrophen nicht verschont. 1950 starb seine erste Frau bei einem Autobusunfall, er selbst wurde sehr schwer verletzt; sein Sohn Moran verschwand 1983 in Südamerika. Rübner arbeitete als Schafhirte im Kibbuz Merchavia, dann als Bibliothekar; war in den 1960er Jahren Abgesandter der Jewish Agency in der Schweiz. 1992 emeritierte er als Professor für Vergleichende Literaturwis-senschaft an der Universität Haifa.
Rübner hat als ein leidenschaftlicher Photograph das Leben in seinem Kibbuz Merchavia dokumentiert. In Israel wurde er durch die Dichter und Literaturwissenschaftler Werner Kraft und Ludwig Strauss unterstützt. Seine frühen Gedichte gehen auf die 1940er Jahre zurück – zunächst in Deutsch, dann wechselte er ins Hebräische, 1957 erschien sein erster hebräischer Lyrikband, dem zwölf weitere folgten. Seit den 1990er Jahren schreibt er auch wieder deutsch und übersetzt seine Gedichte selber ins Deutsche.
Tuvia Rübner ist als Lyriker, Übersetzer (ins Hebräische, u.a. Franz Kafka und Paul Celan, und vom Hebräischen ins Deutsche, Samuel Agnon, Dan Pagis) und als Herausgeber (Lea Goldberg, Ludwig Strauss) in Israel und Deutschland bekannt und mit Preisen ausgezeichnet worden –  am 8. Mai 2008 erhielt er zum Beispiel den Israel-Preis für Poesie und zuletzt, am 16.05.2008, den Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil. Seit 1990 erschienen sechs Lyrikbände in deutscher Sprache, u.a. Rauchvögel (1998), Zypressenlicht (2000), Wer hält diese Eile aus (2007) und die Erinnerungen Ein langes kurzes Leben. Von Pressburg nach Merchavia (2004). Rübner lebt mit seiner Frau Galila in Merchavia im Norden Israels.

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Bruno Schwebel

Bruno Schwebel, geboren 1928 in Wien, flüchtete  mit den Eltern 1938 nach Frankreich, 1941 nach Portugal und 1942 nach Mexiko. Er lernte und studierte an einer Kunstschule und an der Technischen Hochschule in Mexiko-Stadt. Vielfach begabt, wurde er technischer Direktor einer Fernsehanstalt, Schachmeister von Mexiko-Stadt, zeigte seine Bilder in zahlreichen Ausstellungen und trat als Schauspieler und Akkordeonspieler auf. Seine mehrfach preisgekrönten Erzählungen schrieb er auf Spanisch.

Zuletzt im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft erschienen: Das andere Glück. Erinnerungen und Erzählungen. Hg. v. Christian Kloyber u. Karl Müller. Wien: Theodor Kramer Gesellschaft 2004. 290 S., ISBN 978-3-901602-20-7. 

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Ilana Shmueli

Ilana Shmueli, geb. als Liane Schindler am 7.3. 1924 in Czerno­witz. Vater Möbelfabrikant, Mutter aus Wiener Familie. Shmueli besuchte bis 1940 die rumänische Schule, 1940-41 die jiddi­sche. Nach der deutsch-rumänischen Besetzung entging die Familie aufgrund einer rumänischen Aufenthaltsbewil­ligung der Deportation nach Transnistrien; nach einem mehrere Monate an­dauernden Aufenthalt im Ghetto in ein für Juden bestimmtes Wohnviertel überwiesen. In dieser Zeit Bekanntschaft mit Rose Ausländer und Freundschaft mit Paul Celan. März 1944 mit den Eltern in einer organisierten Gruppe auf illegalen Wegen über Constan­za nach Istanbul und Tel Aviv; dort Studium am Seminar für Musik­erziehung. 1950-51 in London; Bekanntschaft mit Oskar Kokoschka und Itzig Manger. 1953 Heirat mit dem Musik­wissenschaftler Herzl Shmueli. Studium der Sozialarbeit und Kriminologie; auf diesen Gebie­ten bis 1984 tätig. 1965 Wieder­begegnung mit Paul Celan in Paris; 1969 mit Celan in Jerusalem. Übersetzte aus dem Hebräischen und dem Deutschen und be­gann spät Gedichte zu schreiben (Deutsch und Hebräisch); ver­einzelt Veröffentlichun­gen ihrer Gedichte und autobio­graphischen Prosaarbeiten in Literaturzeitschrif­ten und Anthologien. 1999 veröffentlichte sie "Sag, daß Jerusalem ist" (Auf­zeichnungen über Paul Celan, Oktober 1969 ─ April 1970) auf Hebräisch mit Über­setzungen von 27 Gedichten Celans. 2002, nach dem Tod ihres Man­nes, Übersiedlung nach Jerusalem.

Bücher: Sag, daß Jerusalem ist. Über Paul Celan: Oktober 1969 ─ April 1970 (Eggingen 2000); Briefwechsel mit Paul Celan (Frankfurt/M. 2004); Ein Kind aus guter Familie. Czernowitz 1924-1944 (Aachen 2006); Fragmentos de una época. Una carta. (Spanisch, auch Nieder­ländisch und Englisch, deutsche Ausgabe in Vorbereitung; Barcelona 2007); Zwischen dem Jetzt und dem Jetzt. (Gedichte; Aachen, Wien 2007).

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Christian Teissl

Christian Teissl wurde am 23. August 1979 geboren. Er lebt in Graz/Österreich. Als ausgebildeter Germanist, ist er als ständiger freier Mitarbeiter verschiedener Zeitungen und Zeitschriften (etwa des Wiener Kunstmagazins „Parnass“) und fallweise auch als Verlagslektor tätig.
Bislang veröffentlichte er vor allem Lyrik und zahlreiche Essays zur Literatur, ferner literarhistorische Aufsätze, sprach- und kulturkritische Glossen und Feuilletons, in geringem Umfang auch erzählende Prosa. Neben der eigenen literarischen Arbeit widmet er sich in letzter Zeit verstärkt editorischen Unternehmungen, etwa der Zusammenstellung und Kommentierung von Auswahlbänden verschiedener vergessener österreichischer Lyrikerinnen und Lyriker des 20. Jahrhunderts.

Zuletzt im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft erschienen: Otto Basil: Schon sind wir in Mund und Urne. Ausgewählte Gedichte Hg. von Christian Teissl. In Kooperation mit Rimbaud, Aachen. 96 S. ISBN 978-3-901602-34-4. 

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Gerog Stefan Troller

Georg Stefan Troller, geboren 1921 in Wien. Mit 17 Jahren emigriert, kehrte er 1949 endgültig nach Europa zurück. Er lebt seitdem in Paris und arbeitet dort als Sonderkorrespondent für das ZDF. Bekannt geworden ist er für seine dokumentarischen Fernsehserien "Pariser Journal" und "Personenbeschreibung". Daneben zahlreiche Sachbücher, Fernsehfeatures und Drehbücher. Parallel zu seinem Filmschaffen hat sich Georg Stefan Troller zum Schriftsteller entwickelt, dessen zentrales Thema mehr und mehr und immer unabweislicher die Erfahrung von Vertreibung und Exil geworden ist.

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Vladimir Vertlib

Vladimir Vertlib, geb. 1966 in Leningrad; Eltern Mitglieder einer illegalen zionistischen Organisation. 1971 Ausreise nach Israel. Ab 1972 in Wien. 1975 nach Amsterdam, dann wieder Israel. 1976-80 wieder in Wien, dann 1980/81 in New York und Boston. Erste Schreibversuche, vorerst auf Russisch. Aus den USA abgeschoben, neuerliche Rückkehr nach Wien. 1984-89 Volkstwirtschaftsstudium in Wien. Seit 1986 österreichischer Staatsbürger. Lebt seit 1993 als freischaffender Schriftsteller in Salzburg. Redakteur der Zeitschrift "Zwischenwelt". Essays, Erzählungen, Kritiken u.a. in: WochenZeitung (Zürich); Die Presse (Wien); Literatur und Kritik (Salzburg). 1999 österreichischer Förderungspreis für Literatur, 2000 Adelbert von Chamisso-Preis.
Bücher: Abschiebung (Erzählung, Salzburg 1995); Zwischenstationen (Roman, Wien 1999); Das besondere Gedächtnis der Rosa Masur (Roman, Wien 2001).

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Berthold Viertel

Berthold Viertel, geboren am 28. Juni 1885 in Wien, gestorben 24. September 1953 in Wien. Schriftsteller, Dramaturg, Regisseur, Essayist und Übersetzer. 1910/11 Mitarbeiter der „Fackel“, 1912–14 Regisseur und Dramaturg der Wiener „Freien Volksbühne“, 1914–17 Militärdienst, danach Theaterkritiker und Feuilletonredakteur beim „Prager Tagblatt“ (Kontakt zu Franz Kafka und Max Brod). 1918 Heirat mit der Schauspielerin Salomea Steuermann, bekannt als Salka Viertel (1889–1978). 1918–23 Regisseur in Dresden und Berlin, 1923 gründete er das expressionistische Theater „Die Truppe“ in Berlin, 1925–28 bei Theater und Film in Deutschland tätig und 1928–47 in den USA und in Großbritannien. Kehrte 1947 nach Europa zurück und war 1948 Regisseur in Zürich sowie 1949–53 in Wien, Berlin, Zürich und bei den Salzburger Festspielen: legendäre Inszenierungen der Dramen Tennessee Williams’ („Glasmenagerie“, „Endstation Sehnsucht“) in eigener Übersetzung am Wiener Akademietheater.

Zuletzt im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft erschienen: Signum Sonderheft: Berthold Viertel zum Hundertzwanzigsten Geburtstag: Im Scheitel die Bahn. Wien und Dresden: Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft und Verlag Die Scheune. 2005. 110 S. ISBN-10 3-906102-24-0. ISBN-13 978-3-901602-24-5.  

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Fred Wander

Fred Wander, geboren 1917 in Wien als Fritz Rosenblatt, schlug sich vor der Annexion Österreichs in diversen Berufen in mehreren Ländern durch. Im Mai 1938 gelang ihm die Flucht über die Schweiz nach Paris. Dort wurde er nach Kriegsbeginn als ”feindlicher Ausländer” interniert. 1940 flüchtete er in die nicht-besetzte Zone Frankreichs, nach Marseille. Im September 1942 versuchte er vergeblich, in die Schweiz zu fliehen. Er wurde von der Schweizer Polizei in Ketten der Gestapo ausgeliefert, ins Lager Rivesaltes überstellt und über Drancy nach Auschwitz deportiert, von dort nach Groß-Rosen und Buchenwald, wo er im April 1945 die Befreiung erlebte und nach Wien zurückkehrte. Sein Vater, seine Mutter und seine Schwester Renée wurden 1942 in Auschwitz ermordet.

In Wien arbeitete er als Zeichner, Fotograf, Reporter, Essayist und Feuilletonist für Zeitungen. Auf Einladung des Johannes R. Becher‑Instituts kam Wander 1955 in die DDR. Gemeinsam mit seiner Frau, der aus Wien stammenden Schriftstellerin und Fotografin Maxie Wander, lebte er lange Jahre als freischaffender Schriftsteller, Publizist und Theaterautor in der DDR. 1983 kehrte Wander nach Wien zurück.

"... mein Thema ist das Überleben", schreibt Fred Wander und meint damit nicht einfach die eigene physische Person, sondern den Typus: "den Flüchtling, den Andersartigen und Außenseiter, den Mißachteten und Gehaßten", die besser als die "in der Geborgenheit des Stammes" Ansässigen geeignet sind, "in sich die Menschheit als Ganzes zu erleben."

Der hohe ästhetische Anspruch, "in sich die Menschheit als Ganzes zu erleben", ist ganz besonders in Wanders umfangreichstem Erzählwerk Hôtel Baalbek erfüllt. Der Roman spielt 1940-42 in Marseille, der Stadt der Flüchtlinge in der nicht-besetzten Zone Frankreichs. In Wanders Hôtel Baalbek fließen neue historische Erfahrungen ein, eine neue Perspekti­ve, in der lebendige Gegenwart wird, was am Rande der Vernichtung stand, ja an ihm erst entstand. Wander hat diesen Widerstand gegen das Faktum der Ver­nichtung schon in seiner großen Erzählung Der siebente Brunnen (1971) artikuliert. ”Wenigstens einige Namen aufrufen, einige Stimmen wiedererwecken, einige Gesichter aus der Erinnerung nachzeichnen”, schrieb Christa Wolf 1972 über die Intention des Werkes, das 1972 mit dem Heinrich-Mann-Preis ausgezeichnet wurde.

Werke
Der siebente Brunnen. (Erzählung.) Berlin, Weimar: Aufbau 1971. 143 S. (BRD-Ausgabe: Darmstadt: Luchterhand 1985. - Gewidmet "Dem Andenken meiner Tochter Kitty". Erinnerungen an Auschwitz und Buchenwald).
Holland auf den ersten Blick. Impressionen von einer Autoreise. Leipzig: F.A. Brockhaus 1972. 179 S. (Mit zahlreichen Photos F.W.s).Ein Zimmer in Paris. (Erzählung.) Berlin, Weimar: Aufbau 1976. 175 S.
Josua läßt grüßen. Der Bungalow. Zwei Stücke. Berlin, Weimar: Aufbau 1979. 184 S. (Edition Neue Texte).
Hôtel Baalbek. (Roman.) Berlin, Weimar: Aufbau 1991. 222 S. (Erinnerungen an die Zeit in Marseille, 1940‑42).(Alle drei Bücher wiederaufgelegt: Frankfurt: Fischer-TB 1994).
Das gute Leben. (Erinnerungen.) München, Wien: Carl Hanser 1996. 360S.

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Jaffa Zins

Jaffa Zins, geboren als Scheindele Schechter 1928 in Kuty (Polen, vor 1918 Galizien), floh 1941 vor den vordringenden Nazi-Truppen mit dem Vater und der Schwester ins Innere der Sowjetunion. Die Mutter wurde mit zwei kleinen Brüdern im Keller ihres Hauses bei der deutschen "Aktion" gegen die Juden von Kitov im april 1942 verbrannt.
Jaffa Zins emigrierte nach Kriegsende über die Teschchoslowakei, Österreich, Italien nach Israel. Sie heiratete und hat zwei Söhne: Moshe und Chaim. Sie hält Vorträge über die Shoah und Poetik-Vorlesungen an Schulen und Colleges.

Zuletzt im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft erschienen: Jaffa Zins: Scheindele. Gedichte. Herausgegeben und aus dem Hebräischen übersetzt von Konstantin Kaiser in Zusammenarbeit mit der Autorin. Wien und Aachen: Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft und Rimbaud Verlag 2007. 80 S. ISBN 978-3-901602-32-0.